Chance verpasst: Die erste Smartphone-App kam aus Deutschland, das Geschäft machen andere

Als Prof. Tobias Kollmann im Jahr 2004 Bildseinen ersten Lehrstuhl für E-Business in Kiel antrat, wollte er zeigen, was mit UMTS möglich ist. Denn gerade ware UMTS-Lizenzen für 50 Milliarden Euro versteigert worden, was viele Menschen irritierte. So erfand er eine App zur Kieler Woche, die alles enthielt, was auch heute Apps ausmacht: Text, Bild, Ton, Video, Navigation und einiges mehr. Als Partner holte sich Kollmann Motorola ins Boot. Die Firma stellte 250 Prototypen (Bezeichnung A 920, s. Foto) mit der App zur Verfügung, die leihweise an Besucher der Kieler Woche ausgegeben wurden. Für die Infrastruktur sorgte der zweite Partner, die Telekom AG mit ihrer Tochter T-Mobile. Sie stellte im halben Stadtgebiet Sendemasten auf, um die Datenmengen auf die Handys zu bekommen.

Kollmann, heute  Professor an der Uni Duisburg-Essen, sagt im Rückblick: „Das war die Riesenchance für die Telekom, selbst zu dem zu werden, was heute z.B. Apple ist.“ Und er ruft die Firmen und die Politik von heute auf, die Innovationsfähigkeit in Deutschland in der digitalen Welt voran zu bringen. „Dafür muß die Furcht vor dem Risiko, auch dem finanziellen, abgelegt und junge Startups mit großen Konzernen zusammengebracht werden. Die einen haben die Kreativität, die anderen die Mittel und Strukturen, um Ideen zu verwirklichen.“

Ein Schritt in diese Richtung ist spotfolio.com, eine Matchingplattform für junge Startups und innovative Technologieunternehmen auf der einen, sowie Konzerne und große Mittelständler auf der anderen Seite. Erstmals besteht die Chance, dass sich Innovation und Industrie schnell, strukturiert und erfolgsorientiert treffen und gemeinsam neue Meilensteine setzen. Auf dass die nächste Durchbruchs-Innovation aus Deutschland komme – und auch dort die wirtschaftliche Verwertung erfolgt.

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